'Dauerstress und Psyche'

DG Fachjournal: Psyche & Dynamik 

 Kompakte Analysen zur angewandten Psychodynamik  

verstehbar & lebensnah aufbereitet von Daniela V. Günter

Daniela V. Günter: Ihre Expertin für Persönlichkeitsentwicklung & systemisches Coaching in Berlin Alt-Tegel und Online.

Journalistische Klarheit trifft psychodynamische Tiefe

In meinem 'DG Fachjournal Psyche & Dynamik' lade ich Sie ein, hinter die Kulissen
des offensichtlichen Verhaltens zu schauen.

Als psychodynamisch orientierte psychologische Beraterin, systemische Coach und ausgebildete Journalistin ist es mir ein Anliegen, komplexe Zusammenhänge so zu vermitteln, dass sie zu Aha-Erlebnissen werden. Ein psychosozialer Eye-Opener, um sich selbst und andere tiefer zu verstehen.

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Dauerstress & Nachhall bewältigen: Coaching für Resilienz & Burnout-Prävention. Daniela V. Günter Beratung Berlin & Online

Dauerstress und Psyche

Was viele nicht über diesen biologischen Teufelskreis wissen

 Wie die ständige Ausschüttung des Stresshormons Cortisol körperlich bedingte psychische Niedergeschlagenheit und Verstimmungen folgen lässt.


Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum sich Ihre Stimmung bei Stress so stark verändert? Oder warum Sie sich nach langen Stressphasen oft antriebslos oder traurig fühlen, selbst wenn der eigentliche Stress vorbei ist? Oft wird angenommen, dass solche Gefühle "nur im Kopf" entstehen, also aus der Psyche kommen. Doch es gibt auch körperliche Rückkopplungs-Prozesse, die Stimmungen sehr konkret beeinflussen, sobald der Stresspegel steigt. Dieses Wissen kann uns helfen positiven Einfluss auf unser Gefühlserleben zu nehmen.

Die Stressachse: Wenn der Körper auf Alarm schaltet

Wenn wir unter Stress stehen – egal ob körperlicher oder seelischer Art – reagiert unser Organismus mit einem ausgeklügelten System: der sogenannten Stressachse. Diese Achse, bestehend aus Gehirn und Nebennierenrinde, schaltet unseren Körper blitzschnell auf "Alarmbereitschaft".

Dabei wird ein besonders wichtiges Stresshormon freigesetzt: Cortisol. Cortisol ist unser körpereigenes Warnsignal. Es bereitet uns darauf vor, in einer Gefahrensituation zu "kämpfen" oder zu "flüchten", indem es uns kurzfristig mehr Energie und Aufmerksamkeit verschafft.

Cortisol im Gehirn: Die direkte Verbindung zur Stimmung

Das ausgeschüttete Cortisol gelangt nicht nur in unseren Blutkreislauf, sondern auch direkt in unser Gehirn. Dort dockt es an speziellen Rezeptoren an, vor allem in Bereichen, die für unsere Stimmung, Emotionen, das Gedächtnis und unsere Stressregulation zuständig sind.

Normalerweise ist das ein sinnvoller Mechanismus: Ist die Gefahr gebannt, regelt das Cortisol die Stressreaktion wieder herunter und wir kehren in einen entspannten Zustand zurück.

Wenn der Alarm dauerhaft klingelt: Die Gefahr der Fehlregulation

Doch hier liegt die Krux: Wenn der Stress zu oft auftritt oder zu lange anhält, gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht. Das kann dazu führen, dass der Körper ständig zu viel Cortisol ausschüttet oder die Regelung nicht mehr richtig funktioniert.

Ein dauerhaft erhöhter oder dysregulierter Cortisolspiegel kann negative Auswirkungen auf unser Gehirn und damit auf unser Gefühlserleben haben:

  • Er beeinflusst wichtige Botenstoffe (Neurotransmitter), die für eine stabile Stimmung entscheidend sind.
  • Er kann sogar zu strukturellen Veränderungen in Hirnbereichen führen, die an unserer emotionalen Verarbeitung beteiligt sind.

Die Folge: Wir fühlen uns traurig und verstimmt, obwohl es scheinbar keinen offensichtlichen Grund dafür gibt. Es ist keine Schwäche des Willens, sondern eine tatsächliche körperliche Reaktion auf die Überlastung unseres Stresssystems. Die Misstimmung ist in diesem Sinne und an dieser Stelle isoliert betrachtet organisch bedingt.

Ein komplexes Zusammenspiel: Körper und Psyche Hand in Hand

Ihr Körper und Ihr Gehirn arbeiten dabei eng zusammen. Stressreaktionen beeinflussen nicht nur direkt unser Gehirn und damit unser Fühlen, sondern auch das Nervensystem im gesamten Körper. Dieses Nervensystem wiederum sendet weitere Rückmeldungen an das Gehirn – man spricht hier von komplexen Rückkopplungsschleifen, zum Beispiel über die sogenannte Darm-Hirn-Achse. So entsteht ein Kreislauf, der unsere Stimmung negativ beeinflussen kann.

Diese Zusammenhänge sind gut erforscht.

Wichtig: Viele Menschen leiden unter solchen Stressreaktionen, ohne von diesen komplexen Rückkopplungen zu wissen. Das Verständnis dafür kann ein erster wichtiger Schritt zur Veränderung sein.

Der Ausweg: Den Kreislauf positiv beeinflussen

Die gute Nachricht: Wir können lernen, diesen Kreislauf positiv zu beeinflussen und unserem Körper und Gehirn dabei helfen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Es gibt verschiedene Wege, um die Überlastung der Stressachse zu mindern und Ihre Stimmung zu stabilisieren, zum Beispiel durch:

  1. Stressmanagement-Techniken
  2. Gezielte Entspannungsmethoden
  3. Gefühlsmanagement: Das Bearbeiten belastender Gefühle und das Erlernen günstigerer Denk- und Verhaltensmuster.


Drei Felder, die (außerhalb der Heilkunde) klassische Bereiche von Coaching- und Beratungsprozessen abbilden.

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Ihr Start:




Quellen & Vertiefung

  • Hans Selye (1936): A Syndrome Produced by Diverse Nocuous Agents. (Das grundlegende Werk zur Definition des Stressbegriffs und des Allgemeinen Adaptationssyndroms).
  • Robert Sapolsky (2004): Why Zebras Don't Get Ulcers. (Ein Standardwerk zur Erklärung, wie chronischer Stress das Gehirn und die Hormone dauerhaft schädigt).
  • Bruce McEwen (1998): Protective and Damaging Effects of Stress Mediators. (Einführung des Konzepts der „allostatischen Last“, das erklärt, warum der Körper bei Dauerstress „verschleißt“).
  • Gerald Hüther (2012): Biologie der Angst. (Zur Vertiefung der im Text genannten neuronalen Verschaltungen und der Auswirkungen von Stresshormonen auf das Gehirn).
  • Joachim Bauer (2002): Das Gedächtnis des Körpers. (Hintergrund zur Psychosomatik und wie emotionale Erlebnisse biologische Spuren hinterlassen).


Text und Redaktion: Daniela V. Günter

Bitte beachten Sie: Mein Angebot ist eine beratende psychologische Tätigkeit außerhalb der Heilkunde, Disclaimer hier lesen.